Category: Interview (Page 1 of 3)

“Rap isch eifach real”

Gastbeitrag von Susanne Wohlgemuth, Schulmusik I Studentin im 2. Ausbildungsjahr 

Junger Rap aus Zürich 

An beiden Schulen, an denen ich im Kreis 6 in Zürich unterrichte, fallen mir Jugendliche auf, die sich leidenschaftlich und vielversprechend mit Worten und Musik beschäftigen. Ismael und Lawrence sieht man oft reimend durch den Schulgang grooven und auch von Sean wird man häufig mit einer witzigen Wortschöpfung auf Englisch begrüsst. Kevin muss eher aus der Reserve gelockt werden, aber seine Idee war es, im Unterricht 5 Wörter für die Person nebenan aufzuschreiben, aus welchen diese in wenigen Minuten einen Reim kreieren soll. Gibt man ihm 5 beliebige Worte auf Deutsch, spuckt er tatsächlich nach kurzer Zeit eine im Rhythmus klingende, sich reimende Geschichte aus. 

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Interview mit Evi Barmet

Evi Barmet studierte an der ZHdK MA Elementare Musikpädagogik und arbeitet als Primar- und Musiklehrerin. Von Januar bis März 2020 unterrichtete sie in einem Schulprojekt in Äthiopien.

Auf keinen Fall sollte man das Gefühl haben, die Welt zu verbessern. Es ist viel mehr eine Weiterbildung für einen selbst … Für mich habe ich ganz viel von meinen Auslandsaufenthalten profitiert, sei es nun für meine Persönlichkeit oder auch mein Wirken als Pädagogin.

Evi Barmet

Sabine Dani: Erzähle uns von dem Projekt in Gidole. Wie lange warst du dort?
Evi Barmet: Ich war für 3 Monate in Äthiopien und habe 2 Monate davon im Schulprojekt “Berhan Learning Center” in Gidole verbracht. Mit dem Ziel, wohlhabendere und einflussreiche Familien in der Kleinstadt zu behalten, wurde diese Privatschule von Einwohner*innen in Gidole gegründet. Aktuell gibt es 5 Abteilungen in der Schule (Spielgruppe, Kindergarten 1-3 und 1. Klasse). Rund 200 Kinder im Alter von 4-8 Jahren sind an der Schule angemeldet und besuchen täglich den Unterricht.

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Interview mit Nicholas Reed

Nicholas Reed, ich möchte Sie als neuen Dozenten für Perkussion im Bachelor Musik und Bewegung sowie im Master Elementare Musikpädagogik herzlich an der ZHdK begrüssen!

Sie haben relativ früh in der Corona-Zeit ein Projekt lanciert, das zur feinen Klangsuche aufforderte. Wie kam es dazu?

Bei mir löste diese Zwangspause Kreativität und Fantasie in meinem täglichen Leben aus. Nachgedacht habe ich sofort über die sozialen und räumlichen Beschränkungen, unter deren Auswirkungen wir plötzlich leben mussten. Wo findet man Schönheit im Klang, wenn alle Schlagzeugkeller der Welt geschlossen sind und die teuren „Exoten“ wie Klangschalen, Gongs, Becken und Glocken zwangsläufig ruhen? Hört Schönheit auf? Oder müssen wir lediglich fleißiger und einfallsreicher auf die Suche gehen, um verborgene Schätze in unserer unmittelbaren Nähe zu enttarnen? Daraufhin lud ich zu diesem kleinen Klangexperiment ein.

Gerne möchte ich hinzufügen, dass ich dennoch kein positives Fazit aus dem Ausnahmezustand ziehen würde, denn zu viele Menschen werden die körperlichen und psychischen Beschädigungen lange mit sich tragen müssen.

Kollaborative Fernereignisse I: “Virtuelles Carillon I”
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Interview mit Yi

Im Herbstsemester 2019/20 studierte Yi Tang als Austauschstudentin an der ZHdK im BA Musik und Bewegung. Aufgewachsen ist sie in Chengdu, China. Sie wurde in den USA geboren und ihr englischer Name ist Charice.

Yi auf der Dachterrasse des Toni-Areals

Ich studiere Elementare Musikpädagogik an der HMDK Stuttgart und bin gerade im 7. Semester. Früher habe ich Geige studiert, allerdings aufgrund einer Krankheit an meinem Handgelenk das Studium unterbrochen. Ich werde das Studium wieder aufnehmen nach meinem Bachelor Abschluss in EMP.

Wie lange warst du in Zürich?

Vom September 2019 bis Januar 2020.

Warum hast du dich für die Schweiz entschieden?

Ich war noch nie in der Schweiz und hatte sehr wenig Kenntnis von diesem Land. Ich bin so ein Mensch, der sich immer begeistert, neue Sachen auszuprobieren und an einem fremden Ort zu leben, deshalb habe ich mich sehr spontan für ein Auslandssemester beworben.

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Musikvermittlung in Zeiten des Coronavirus

Die Schulen sind geschlossen. Lehrpersonen können nicht mehr live unterrichten. Wie sieht der digitale Musikunterricht aus?

Roger Hürlimann unterrichtet an der Oberstufe und beantwortet unsere Fragen zur Musikvermittlung.

Wie unterrichtest du gerade? Über Teams

Verwendest du Zoom oder Schabi? Nein

Erteilst du Arbeitsaufträge? Ja, ich habe bereits verschieden Aufträge selber erstellt und den SuS/Klassen verteilt.

Wie bist du mit den Schüler*innen in Kontakt? Über Teams (Chat), Mail und Smartphone.

Wie sind die Rückmeldungen deiner Schüler*innen?

Grundsätzlich positiv, da es für viele eine technische Herausforderung ist Aufträge hochzuladen etc. geht alles etwas länger. Aber die SuS scheinen Spass an den Aufträgen zu haben.

Deine Tipps zum E-Learning?

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Musikvermittlung in Zeiten des Coronavirus

Die Schulen sind geschlossen - der Unterricht findet zu Hause statt. In kurzer Zeit haben Lehrpersonen ihre Inhalte online aufgeschaltet. Schüler*innen erhalten Arbeitsaufträge, engagierte Lehrer*innen telefonieren mit den SuS, Primarschüler*innen treffen sich morgens im «grössten Klassenzimmer der Schweiz» (Schlaumeier)  und es gibt ein riesiges Angebot an digitalen Plattformen für verschiedene Fächer. Einen Überblick über alle Angebote verschafft Lernentrotzcorona, Tools und Informationen zum Lernen zu Hause empfiehlt die PHZH. Über die Chancen und Gefahren des Online-Unterrichts wird viel berichtet (z.B. NZZ, Zeit, Tagesanzeiger)
Wie sieht es mit dem Musikunterricht aus? In der nächsten Zeit wollen wir hier Musiklehrpersonen verschiedener Stufen zu Wort kommen lassen. 

Name

Susanne Huber

Welche Stufe unterrichtest du?

Fachdidaktik an der ZHdK: SMI

Musik auf der Oberstufe

Wie unterrichtest du gerade? Verwendest du Zoom oder Schabi? Erteilst du Arbeitsaufträge? Wie bist du mit den Schüler*innen in Kontakt?

Unsere Oberstufe hat allen SuS OneNote eingerichtet. Dieses Programm ist sehr einfach und bietet trotzdem viele Möglichkeiten. Ich platziere schriftlich formulierte Aufträge in meinem Ordner, setze Bilder oder Links zu Videotutorials dazu. Die SuS kommen sehr gut damit zurecht. Mit unserer SchoolApp (Alternativ-Programm zu What’s App) sind wir mit allen SuS in Kontakt. Wir sehen, wer die Nachricht gelesen hat. Zur Not lässt man auch mal das Telefon klingeln. 

An der ZHdK vermittle ich fachdidaktische Inhalte mit Zoom. Auch dies funktioniert gut. Doch vermisse ich das direkte Umsetzen der Inhalte sehr. Ich denke, Vieles geht vergessen, da kein gemeinsames Agieren erlebt wird. Ich freu mich schon jetzt auf das Herbstsemester. Da werden wir alles nachholen, das versprech ich mir!

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Interview mit Sarah Gasser

Sarah Gasser studierte an der ZHdK BA Musik und Bewegung. Nach ihrem Abschluss hat sie ein Engagement bei der britischen Choreografin Seeta Patel. In der Produktion «Rite of Spring» verbindet Seeta Patel gemeinsam mit ihrer Compagnie die klassische indische Tanzform Bharatanatyan mit Le Sacre du Printemps.

Für ihr Engagement bei Rite of Spring hat Sarah Gasser ihr Studium bereits abgeschlossen. Am 2. April 2019 führte sie ihr Bachelorprojekt: Just Another Point Of View an der ZHdK auf. Die Bachelorprojekte ihrer Mitstudierenden Olavo Do Nascimento, Alina Harangozo, Marlen Müller, Fabienne Rosenbaum und Stella Vetter werden am 1. und 2. Juni um 19 Uhr im Theater am Gleis in Winterthur präsentiert.

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Null Bock aufs Üben – wie musizieren wieder Spass macht

Am Anfang ist die Begeisterung gross: Die 9-jährige Hanna will unbedingt Gitarre spielen lernen. Sie geht gerne in die Gitarrenstunden und übt eifrig zu Hause. Nach ein paar Monaten ist die Freude verflogen und Hanna will ihre Freizeit lieber mit ihren Freundinnen verbringen. Hier ist guter Rat teuer.

Im Interview mit dem FamilienSPICK (Ausgabe April 2019) gibt Christian Berger, Leiter Elementare Musikpädagogik an der Zürcher Hochschule der Künste, Einblicke in die musikalische Erziehung sowie Tipps und Tricks, wie Gitarre & Co wieder aus der Ecke kommen.

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Interview mit Zoltán Szalatnay

Woran arbeitest du gerade?

Im Moment bereite ich das Fachdidaktikmodul „Singen mit der Klasse“ für die PHZH vor. Ich bin dort seit zwei Jahren als wissenschaftlicher Mitarbeiter für Musik auf der Sekundarstufe 1 tätig, unterrichte «Schulpraktische Liedbegleitung»  auf dem Piano und Fachdidaktikmodule wie «Coaching im Quartalspraktikum». Ein Modul durfte ich von Grund auf neu entwickeln: «Zugänge zu populärer Musik». An diesem Thema bin ich seit fast zehn Jahren intensiv am forschen. Das ist äusserst spannend.

Das Chorprojekt mit meinem Schülerchor an der Oberstufenschule Wädenswil ist auch in vollem Gange. Es findet dieses Jahr zum 24. Mal statt. Im Juni treten die jeweils knapp hundert Schülerinnen und Schüler nach einer Probewoche an zwei Abenden auf. Das sind jeweils etwa 18 Songs, die ich und meine Kollegin Andrea Stocker arrangieren. Nächstes Jahr werden wir etwas ganz Neues in Angriff nehmen, um der Routine, die sich eingeschlichen hat zu entkommen. Wir entwickeln gerade ein interdisziplinäres Konzept für ein Kunstprojekt an unserer Schule.

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Drei Fragen an… Evelyn Plattner

Evelyn Plattner erhielt ihre Ausbildung zur Musicaldarstellerin an der Joop van den Ende Academy in Hamburg und studierte nach diversen Engagements an der ZHdK MA Schulmusik I (Abschluss: 2016). Sie steht regelmässig auf der Bühne (u.a. mit den SwingChix, den SINGERellas und The Vocats) und arbeitet als Gesangslehrerin. 

1. Was hast du zuletzt in einer Gruppe gelernt?

Beim Musical einstudieren habe ich gelernt geduldig zu sein, auch warten zu können und trotzdem, wenn es darauf ankommt, 100% zu geben.

2. Welche Lektüre kannst du empfehlen?

“Die Muse küsst- und dann? Lust und Last im kreativen Prozess” von Claudia Schuh und Heidi Werder. Die zwei Frauen schaffen es wirklich den kreativen Prozess – und vor allem, was im Menschen dabei vorgeht – aufzuzeigen. Das ist für kreative Berufe aber auch für alltägliche Prozesse sehr hilfreich zu verstehen.

3. An welchen Moment aus deinem Unterricht werden sich deine Schüler*innen auch nach dem Ende ihrer Schulzeit erinnern?

Als ich gesagt habe: „Und jetzt ihr!“ 🙂

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