Author: Susanne Huber (Page 1 of 3)

“Rap isch eifach real”

Gastbeitrag von Susanne Wohlgemuth, Schulmusik I Studentin im 2. Ausbildungsjahr 

Junger Rap aus Zürich 

An beiden Schulen, an denen ich im Kreis 6 in Zürich unterrichte, fallen mir Jugendliche auf, die sich leidenschaftlich und vielversprechend mit Worten und Musik beschäftigen. Ismael und Lawrence sieht man oft reimend durch den Schulgang grooven und auch von Sean wird man häufig mit einer witzigen Wortschöpfung auf Englisch begrüsst. Kevin muss eher aus der Reserve gelockt werden, aber seine Idee war es, im Unterricht 5 Wörter für die Person nebenan aufzuschreiben, aus welchen diese in wenigen Minuten einen Reim kreieren soll. Gibt man ihm 5 beliebige Worte auf Deutsch, spuckt er tatsächlich nach kurzer Zeit eine im Rhythmus klingende, sich reimende Geschichte aus. 

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Zwei verschiedene Länder: Hat der Musikunterricht die gleiche Wichtigkeit?

Gastbeitrag von Cecilia Knöpfli, SMI Studentin im 2. Ausbildungsjahr

Seit ich begonnen habe in der Schweiz Musikpädagogik zu studieren, erinnere ich mich ständig daran, wie der Musikunterricht in meiner Schulzeit in Chile war. In der Grundschule wurden uns die verschiedenen Instrumente der lateinamerikanischen Musik beigebracht, wie zum Beispiel die Zampoña (auf Deutsch Panflöte – die wir aus PVC-Rohren herstellen mussten). Ausserdem lernte ich das Charango, den Bombo und natürlich die Gitarre kennen. Aber in Wirklichkeit haben wir nie gelernt, sie zu spielen. Wir haben hauptsächlich gesungen und manchmal Blockflöte und Xylophon gespielt. 

Als ich begann, mich zu erinnern, welche Lieder ich gelernt hatte, wurde mir klar, dass sie alle auf Spanisch (meiner Muttersprache) sind. Dann fällt mir ein, dass sie alle Chilenen waren (mein Herkunftsland) und dass sie alle Klassiker der Folklore waren. 

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Musizieren im Lockdown

Gastbeitrag von SMI Student Roberto Marques im 2. Ausbildungsjahr

Corona kam für die meisten Menschen schnell und unerwartet, daher mussten neue Wege und neue Techniken extrem schnell entwickelt werden. Ich selbst hatte einige Schwierigkeiten damit, verschlossen in den eigenen vier Wänden, produktiv und speditiv zu arbeiten. Jedoch bin ich der Meinung, dass der Lockdown durch den COVID-19 Virus nicht nur schlechte Seiten hatte. Diese Situation hat uns Menschen dazu gezwungen neue Alternativen zu finden und alte Muster zu überdenken, auch die Geschehnisse mussten schneller analysiert und bewertet werden. Wie für andere Musiker*innen, war auch für meine Band ,,Ambaroots’’ die Corona-Krise eine Herausforderung. Konzerte wurden abgesagt, finanzielle Einnahmen dadurch reduziert und die Unsicherheit bezüglich der Proben und dessen Sinnhaftigkeit wurde unter diesen Umständen hinterfragt.

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«Chantain da buna glüna – Singen macht Laune»

Gastbeitrag von Braida Janett, SMI-Studentin im 2. Ausbildungsjahr

Musste jemand von Euch schon mal «Luegit vo Berge und Tal» singen bei einem Bewerbungsgespräch für eine Lehrstelle oder bei der Aufnahmeprüfung ans Gymnasium? Höchstwahrscheinlich nicht. Weshalb soll denn überhaupt gesungen werden in der Schule, wenn Gesang doch – im Gegensatz zu den klassischen Fächern wie Mathematik, Sprachen und Naturwissenschaften – gar nichts bringt für die (Bildungs-)Laufbahn? Es liegt nahe, die Frage, ob denn der Gesang in der Schule etwas nütze, mit «Nein!» zu beantworten.

Ich persönlich jedoch, beantworte diese Frage nach der «Nützlichkeit» des Schulgesangs mit einem überzeugten «Ja natürlich nützt es etwas!». Mein «Ja» ergibt sich natürlich nicht in Hinblick auf eine mögliche Gymi-Prüfung oder auf die Lehrstellensuche. In unserer Gesellschaft, welche extrem auf die kognitiven Fähigkeiten und die intellektuellen Leistungen fokussiert ist, gerät das Emotionale, die Freude und der Genuss oft ins Hintertreffen. Aus meiner Sicht sollte aber Letzteres mindestens so sehr gewichtet werden im (Schul-)Alltag wie die klassischen Wissensfächer. Deshalb erscheint es mir äusserst wichtig, Gesang und Musik im Alltag der Schüler*innen zu fördern, sei es in der Schule oder zu Hause.

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Eine grosse Band – ein einziger Musiker

Gastbeitrag von César Lahuatte, SMI Student im 1. Ausbildungsjahr

In Ecuador ist die Latinmusik alltäglich präsent und hat mich seit meiner Kindheit stark geprägt. Dank meiner Verwandten trat ich mit 9 Jahren in eine Musikschule ein und habe seither verschiedenste Instrumente, aber vor allem die Trompete gelernt. Um diese Leidenschaft mit einer beruflichen Laufbahn zu verknüpfen, habe ich dann in Ecuador Tontechniker studiert und nebenbei mein eigenes Homestudio aufgebaut. Bereits vor dem Studium habe ich mich für Tonaufnahmen und Arrangieren von Stücken interessiert und mir einige Grundkenntnisse selbst beigebracht.

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Fernlernaufträge

Danke an die Schulmusikerinnen und Schulmusiker, die ihre Fernlernaufträge zur Verfügung stellen. Ihr findet die verschiedenen Aufträge, Tutorials und Anleitungen texten, singen, tanzen, musizieren, lernen, improviseren und produzieren unter Unterrichtsmaterial. Die Arbeitsaufträge an die Schülerinnen und Schüler geben einen spannenden Einblick in die aktuelle Unterrichtspraxis.

Susanne Wohlgemuth fordert im Fernunterricht Musik: Schrib en Hit

Hinweis: Es gibt ein neues Passwort zum Download des Unterrichtsmaterials. Falls ihr keine Nachricht mit dem neuen Passwort nicht bekommen habt, meldet euch bei Sabine.

Flashback Praxistag 2020

«Der singende Goldfisch war an allem Schuld. Er war es, der den Chor mit dem Virus infizierte. Ein gefährlicher Krankheitserreger sorgte dafür, dass man nicht mehr aufhören konnte zu singen. Es musste ganz viel passieren, bis man einsah, dass diese «Krankheit» ja gar nicht schlimm war, solange man ein Pianissimo beherrschte…»

Klar, Sie wissen nun nicht, worum es geht. Pamela Dürr hat mit den Praxistag-Teilnehmenden adhoc eine Operette entworfen. Nach dem Grundmuster der dramatischen Struktur nach Syd Field (Paradigma) kitzelte sie fantastische Storyideen aus den Schulmusiker_innen heraus. Pamela Dürr lebte die viel zitierte Partizipation. Jeder von uns brachte Ideen, Figuren und Handlungen in die Geschichte mit ein. Die Wirkung war verblüffend. Man wurde Teil des Ganzen – fühlte sich verantwortlich und wichtig.

Raindrops are falling
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Rock’n’Roll singende Chöre und ein klirrendes Klassenzimmer

Ein Gastbeitrag von Xenia von Werra, SMI-Studentin der ZHdK

Aufgewachsen zwischen klassischem Klavier, Strassenmusik im Süden und Rock’n’Roll Musik wurde wohl mein Leben geprägt und geformt.

Seit früher Kindheit brenne ich für die Musik der 60er/70er Jahre. Sie lief damals in unserem Haus auf- und abwärts. Dies beeinflusste mich und wurde schon früh zu einem wichtigen Teil meines Lebens. 

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Ein kleiner Reisebericht: Erlebnisse, die ich dank der Musik in Westafrika machen konnte.

Gastbeitrag von Manuel Siebs, Student Master Schulmusik I

Seit meiner Kindheit fasziniert mich die westafrikanische Trommelmusik. Nebst dem regulären Unterricht besuchte ich diverse Workshops bei verschiedenen Lehrern. Als ich mich entschied, meine Passion zu meinem Beruf zu machen, zog ich von der Ostschweiz nach Bern. Dort kam ich schnell in Kontakt mit Musikern aus dem Senegal. 

Die herausragenden Musiker hiessen mich mit offen Armen willkommen. So musizierten wir fast täglich zusammen in Tanzkursen, an Konzerten, in Workshops oder auf der Strasse. Im Alter von 20 Jahren reiste ich im Februar 2008 mit Abou Konté das erste Mal in sein Heimatland Senegal. Vom Afrikafieber gepackt, folgten vier weitere Reisen in den Senegal, Mauretanien sowie Burkina Faso.

Die Erfahrung an Hochzeiten, Taufen und diversen anderen Festen zu spielen ist bis heute einzigartig. Zu sehen und zu erleben, wie die Musik Bestandteil des Lebens in Westafrika ist, war einfach grossartig.

Ich mit der Familie von Mory
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Unperfekt – und nicht perfekt. Aber gut genug.

Gastbeitrag von Leonie Bradatsch, Studentin Master Schulmusik I

Böse Zungen würden wahrscheinlich so weit gehen, mich als hoffnungslosen Fall abzustempeln. Ich bin unperfekt. Ich bin so unperfekt, dass mein Nagellack manchmal etwas abblättert oder gar einzelne Nägel ganz blank liegen. Ich bin so unperfekt, dass ich sogar Dinge vergesse, Dinge, die kein anderer auf der ganzen weiten Welt jemals vergessen würde. Meine Kleider haben oft lange und – wohlgemerkt- unbemerkt Löcher und ich laufe einfach so rum. Und ich habe Pickel! Irgendetwas an mir ist immer unperfekt. Und allmählich fange ich an, drauf zu… pardon. Es ist eine Farce, ja! Aber ich steh dazu.

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