Lebendigkeit mit Musik – Filmportrait

Wenn man im aktuellen Diskurs über die Anliegen der «Elementaren Musikpädagogik» nachdenkt, führt kein Weg an Gerda Bächli vorbei. Sie hat in ihren unzähligen neugeschaffenen Liedern für Kinder mit unterschiedlichsten Voraussetzungen ein lebendiges Kulturgut geschaffen. Geprägt von einer liebevollen und künstlerisch ernstgemeinten Hinwendung zu den Kindern sind musikalische Erlebnisräume entstanden, in denen sie sich wiederfinden. Lieder, die zur szenischen und bewegten Umsetzung einladen. Lieder, die immer mehr sind als nur Melodie und Text. Unzählige Male habe ich erlebt wie sich die Kinder ihre Lieder zu eigen gemacht haben und wie der kreative spielerische Umgang damit neue Räume für eine elementare, musikalisch vertiefte Erfahrung mit Musik und Bewegung ermöglicht hat. Ihr sorgsamer Umgang mit Sprache zeugt von einem tiefen Verständnis für die Gefühls- und Erlebniswelt der Kinder. Nie sind sie anbiedernd oder reisserisch, immer spricht ein liebevoller Umgang mit den noch jungen Menschen aus ihnen. Fernab von moralischen Botschaften Erwachsener lassen sie doch eine klare und verantwortungsvolle erzieherische Haltung erkennen. Ihre schlichten – auf den Punkt gebrachten – Melodien sind eingängig aber nie banal. Sie schaffen Raum für das eigene Musizieren, die  Improvisation und ihre Weiterentwicklung. Gerda Bächlis selbstloser und grossherziger Umgang mit ihren Kompositionen ist legendär.  In unzähligen Aus- und Fortbildungskursen und durch ihre Liederhefte hat sie Generationen von angehenden Musikpädagogen*innen, Musiktherapeuten*innen, Sonderpädagogen*innen und Lehrpersonen der Volksschule geprägt. So fanden die Lieder über ganz verschiedene Wege Eingang in die Musikräume und Schulzimmer und erklingen so immer wieder neu.

Ihr künstlerisch-pädagogisch beseeltes Lebenswerk ist für die Entwicklung der «Elementaren Musikpädagogik» weit über die Schweizer Landesgrenzen hinaus von unschätzbarem Wert und wegweisend. Rückblickend kann man feststellen, dass sie durch ihre Lieder dem Kinderlied im Ganzen eine Ernsthaftigkeit  verliehen hat, welches bis in die Gegenwart hinein wirkt. So wurde aus dem selbstlosen Werk einer Pionierin eine «Klassikerin» und ihr Platz in der Geschichte der musikalischen Bildung ist ihr zurecht sicher.

Prof. Christian Berger
Leiter  MA Elementare Musikpädagogik

Zürcher Hochschule der Künste, ZHdK

Der Film feierte am 25. Januar 2019 Premiere und kann u. a. bei Sandra Lutz Hochreutener, Musiktherapie ZHdK, gekauft werden.

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