Category: Frisch (Page 1 of 13)

“Rap isch eifach real”

Gastbeitrag von Susanne Wohlgemuth, Schulmusik I Studentin im 2. Ausbildungsjahr 

Junger Rap aus Zürich 

An beiden Schulen, an denen ich im Kreis 6 in Zürich unterrichte, fallen mir Jugendliche auf, die sich leidenschaftlich und vielversprechend mit Worten und Musik beschäftigen. Ismael und Lawrence sieht man oft reimend durch den Schulgang grooven und auch von Sean wird man häufig mit einer witzigen Wortschöpfung auf Englisch begrüsst. Kevin muss eher aus der Reserve gelockt werden, aber seine Idee war es, im Unterricht 5 Wörter für die Person nebenan aufzuschreiben, aus welchen diese in wenigen Minuten einen Reim kreieren soll. Gibt man ihm 5 beliebige Worte auf Deutsch, spuckt er tatsächlich nach kurzer Zeit eine im Rhythmus klingende, sich reimende Geschichte aus. 

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Zwei verschiedene Länder: Hat der Musikunterricht die gleiche Wichtigkeit?

Gastbeitrag von Cecilia Knöpfli, SMI Studentin im 2. Ausbildungsjahr

Seit ich begonnen habe in der Schweiz Musikpädagogik zu studieren, erinnere ich mich ständig daran, wie der Musikunterricht in meiner Schulzeit in Chile war. In der Grundschule wurden uns die verschiedenen Instrumente der lateinamerikanischen Musik beigebracht, wie zum Beispiel die Zampoña (auf Deutsch Panflöte – die wir aus PVC-Rohren herstellen mussten). Ausserdem lernte ich das Charango, den Bombo und natürlich die Gitarre kennen. Aber in Wirklichkeit haben wir nie gelernt, sie zu spielen. Wir haben hauptsächlich gesungen und manchmal Blockflöte und Xylophon gespielt. 

Als ich begann, mich zu erinnern, welche Lieder ich gelernt hatte, wurde mir klar, dass sie alle auf Spanisch (meiner Muttersprache) sind. Dann fällt mir ein, dass sie alle Chilenen waren (mein Herkunftsland) und dass sie alle Klassiker der Folklore waren. 

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Musizieren im Lockdown

Gastbeitrag von SMI Student Roberto Marques im 2. Ausbildungsjahr

Corona kam für die meisten Menschen schnell und unerwartet, daher mussten neue Wege und neue Techniken extrem schnell entwickelt werden. Ich selbst hatte einige Schwierigkeiten damit, verschlossen in den eigenen vier Wänden, produktiv und speditiv zu arbeiten. Jedoch bin ich der Meinung, dass der Lockdown durch den COVID-19 Virus nicht nur schlechte Seiten hatte. Diese Situation hat uns Menschen dazu gezwungen neue Alternativen zu finden und alte Muster zu überdenken, auch die Geschehnisse mussten schneller analysiert und bewertet werden. Wie für andere Musiker*innen, war auch für meine Band ,,Ambaroots’’ die Corona-Krise eine Herausforderung. Konzerte wurden abgesagt, finanzielle Einnahmen dadurch reduziert und die Unsicherheit bezüglich der Proben und dessen Sinnhaftigkeit wurde unter diesen Umständen hinterfragt.

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«Chantain da buna glüna – Singen macht Laune»

Gastbeitrag von Braida Janett, SMI-Studentin im 2. Ausbildungsjahr

Musste jemand von Euch schon mal «Luegit vo Berge und Tal» singen bei einem Bewerbungsgespräch für eine Lehrstelle oder bei der Aufnahmeprüfung ans Gymnasium? Höchstwahrscheinlich nicht. Weshalb soll denn überhaupt gesungen werden in der Schule, wenn Gesang doch – im Gegensatz zu den klassischen Fächern wie Mathematik, Sprachen und Naturwissenschaften – gar nichts bringt für die (Bildungs-)Laufbahn? Es liegt nahe, die Frage, ob denn der Gesang in der Schule etwas nütze, mit «Nein!» zu beantworten.

Ich persönlich jedoch, beantworte diese Frage nach der «Nützlichkeit» des Schulgesangs mit einem überzeugten «Ja natürlich nützt es etwas!». Mein «Ja» ergibt sich natürlich nicht in Hinblick auf eine mögliche Gymi-Prüfung oder auf die Lehrstellensuche. In unserer Gesellschaft, welche extrem auf die kognitiven Fähigkeiten und die intellektuellen Leistungen fokussiert ist, gerät das Emotionale, die Freude und der Genuss oft ins Hintertreffen. Aus meiner Sicht sollte aber Letzteres mindestens so sehr gewichtet werden im (Schul-)Alltag wie die klassischen Wissensfächer. Deshalb erscheint es mir äusserst wichtig, Gesang und Musik im Alltag der Schüler*innen zu fördern, sei es in der Schule oder zu Hause.

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Interview mit Evi Barmet

Evi Barmet studierte an der ZHdK MA Elementare Musikpädagogik und arbeitet als Primar- und Musiklehrerin. Von Januar bis März 2020 unterrichtete sie in einem Schulprojekt in Äthiopien.

Auf keinen Fall sollte man das Gefühl haben, die Welt zu verbessern. Es ist viel mehr eine Weiterbildung für einen selbst … Für mich habe ich ganz viel von meinen Auslandsaufenthalten profitiert, sei es nun für meine Persönlichkeit oder auch mein Wirken als Pädagogin.

Evi Barmet

Sabine Dani: Erzähle uns von dem Projekt in Gidole. Wie lange warst du dort?
Evi Barmet: Ich war für 3 Monate in Äthiopien und habe 2 Monate davon im Schulprojekt “Berhan Learning Center” in Gidole verbracht. Mit dem Ziel, wohlhabendere und einflussreiche Familien in der Kleinstadt zu behalten, wurde diese Privatschule von Einwohner*innen in Gidole gegründet. Aktuell gibt es 5 Abteilungen in der Schule (Spielgruppe, Kindergarten 1-3 und 1. Klasse). Rund 200 Kinder im Alter von 4-8 Jahren sind an der Schule angemeldet und besuchen täglich den Unterricht.

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Digitale Lehrprojekte aus dem Modul «Neue Medien im Musikunterricht»

Das Modul «Neue Medien im Musikunterricht» war im vergangenen Coronasemester plötzlich von ganz besonderer Aktualität. Normalerweise erarbeiten die Studierenden im Frühlingssemester im Rahmen dieses Modules individuelle Projekte im pädagogischen Kontext, bei denen Möglichkeiten und Schwierigkeiten von Neuen Medien im Unterrichtskontext ausgelotet werden. Nun wurde plötzlich zu Beginn der gesamte Unterricht, den die Studierenden erteilen und erhalten sollten auf einen Schlag digitalisiert.

Obwohl dadurch das Lernziel des Semesters automatisch auf das ganze Lern- und Lehrleben ausgeweitet war, verfolgten die vier Studierenden weiter ihre geplanten Projekte und beobachteten umso aufmerksamer, wie sich Ideen, Umsetzung und Ergebnisse durch das gänzlich «kontaktlose» Distant Learning veränderten.

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Praxistag Schulmusik 2021

componere

Samstag, 6.März 2021, 9.45 – 15.15Uhr

Toni-Areal, Konzertsaal 1, 7.K05 , Pfingstweidstrasse 96, Zürich

Am kommenden Praxistag steht das Bilden und Gestalten von Musik im Zentrum:

componere: Musik bilden, gestalten, errichten und zusammenstellen.

Wir haben Referenten und Workshopleiter aus verschiedensten Disziplinen und Bereichen eingeladen, um das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten zu können. Wir hören zu, experimentieren, komponieren und machen unsere Erfahrungen für Schulklassen zugänglich.

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Fernlernaufträge

Susanne Wohlgemuth, Studentin MA Schulmusik I, hat Beispiele ihrer Fernlernaufträge für euch zum Download zur Verfügung gestellt.

Zum Beispiel Musikartikel schreiben, Stimmübungen, Singaufträge, Soundtrap und Isle of tune.

Wisst ihr eigentlich, was ein Rapzept ist?

Wir wünschen euch allen entspannte und sorgenfreie Sommerferien!

Interview mit Nicholas Reed

Nicholas Reed, ich möchte Sie als neuen Dozenten für Perkussion im Bachelor Musik und Bewegung sowie im Master Elementare Musikpädagogik herzlich an der ZHdK begrüssen!

Sie haben relativ früh in der Corona-Zeit ein Projekt lanciert, das zur feinen Klangsuche aufforderte. Wie kam es dazu?

Bei mir löste diese Zwangspause Kreativität und Fantasie in meinem täglichen Leben aus. Nachgedacht habe ich sofort über die sozialen und räumlichen Beschränkungen, unter deren Auswirkungen wir plötzlich leben mussten. Wo findet man Schönheit im Klang, wenn alle Schlagzeugkeller der Welt geschlossen sind und die teuren „Exoten“ wie Klangschalen, Gongs, Becken und Glocken zwangsläufig ruhen? Hört Schönheit auf? Oder müssen wir lediglich fleißiger und einfallsreicher auf die Suche gehen, um verborgene Schätze in unserer unmittelbaren Nähe zu enttarnen? Daraufhin lud ich zu diesem kleinen Klangexperiment ein.

Gerne möchte ich hinzufügen, dass ich dennoch kein positives Fazit aus dem Ausnahmezustand ziehen würde, denn zu viele Menschen werden die körperlichen und psychischen Beschädigungen lange mit sich tragen müssen.

Kollaborative Fernereignisse I: “Virtuelles Carillon I”
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