Dienstag, 18:30–20:30 Uhr

Toni-Areal, Hörsaal 5.T07, Ebene 5, Pfingstweidstrasse 96, Zürich

Die Berliner Musikerin Jadu eckt an. Für ihren “Military Dream Pop” bedient sie sich militärischer Metaphern und martialischer Stilfiguren, kombiniert die visuelle Ästhetik autoritärer Regime mit Fetisch-Fantasien und BDSM-Erotik, schmeichelt den Ohren mit schwelgerischem Pop und verstört zugleich mit Textzeilen wie “All die Bomben, die du schickst / All die Herzen, die du brichst / Doch in deinen Augen dieser Glanz / All meine Träume geb’ ich auf / Auch wenn du mich verleugnest / Bin dein, unsre Liebe, mein Kampf.”

Assoziationen zu Bands wie Laibach und Rammstein liegen auf der Hand, doch Jadu verstärkt den Kontrast zwischen “Medium and Message”, zwischen süssem Pop und historischem Grauen. Ist das verharmlosend? Nur provokant? Oder subversiv? Hatte Lemmy Kilmister (Motörhead) Recht, als er sagte: “Die Bösen hatten immer die besseren Uniformen?” Versucht Jadu mit der Popmusik das, was der Künstler Jonathan Meese mit der bildenden Kunst versucht, nämlich vom Totalitarismus besetzte ästhetische Formen zu entideologisieren?

Im Gespräch mit Jörg Scheller (Departement Kunst & Medien) und Dennis Bäsecke-Beltrametti (Departement Musik) wird Jadu über die Aneignung kontroverser Symbole und den Umgang mit dunklen Kapiteln der Geschichte diskutieren, aus ihrem Alltag als Musikerin berichten sowie Einblicke in ihre Kompositions- und Aufführungspraxis geben.

Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt ist frei.